look at me

Wie sinnreich oder sinnentleert können fotografische oder akustische Schnappschüsse sein? Eine schnelle Antwort wäre: So sinnvoll und spannend wie ein Leben auf Partys, Ausstellungen und anderen Events nur sein kann.

Andy Warhol’s Magazin inhalierte dieses Leben und boomte mit glamourösen Frauen und schnellen Stories. Damit entsprach es dem Lebensstil der jungen und erfolgreichen Mittelschicht Amerikas. Doch im Laufe der Zeit änderte sich der Zeitgeist und „Andy Warhol’s Interview“ verlor seine Anhänger.

„Look At Me“ spielt mit Schönheit und Vergänglichkeit. In den neuen Arbeiten sind die Titelbilder stark entfärbt und die Vielfalt der Farbenpracht verschwunden. Vom Magazintitel sind nur noch Linien und Buchstaben übrig geblieben. Genauso dramatisch setzt sich Warhol’s Reduktion des Lebens auf Schnappschüsse fort. Einst beliebte Small Talks enden sinnvergessen als bloße Textsplitter. Kunstvolle Lebenslinien der Portraits, einst fotografischer Eyecatcher der Titelseiten, lassen jetzt emotionale Reaktionen erahnen und reflektieren die Schönheit der Vergänglichkeit.